Donnerstag, den 27. April 2017

Fahrzeuge

Triebfahrzeuge

Die Rügensche BäderBahn „Rasender Roland“ setzt täglich Dampflokomotiven für alle planmäßig verkehrenden Personenzüge ein. Die acht vorhandenen Dampflokomotiven gehören zu fünf verschiedenen Baureihen. Die einzelnen Dampflokomotiven mit Baujahren von 1914 bis 1953 spiegeln dabei die Entwicklung von Dampflokomotiven für Klein- und Schmalspurbahnen über einen großen Zeitraum wieder.

Die zwei Loks der Gattung Mh (spätere Baureihe 99.463) stellen den Abschluss der Dampflokentwicklung durch die Firma Lenz & Co. für ihre schmalspurigen Kleinbahnen dar, wobei die Konstruktion die Möglichkeit der Ausführung bzw. des späteren Umbaus auf Heißdampf bot.

Die zwei Loks der Baureihe 99.480 halten die Erinnerung an die Kleinbahnen des Kreises Jerichow I wach und zeigen, welche Möglichkeiten die Entwicklung der Dampflok in den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch schmalspurigen Bahnen bot, leider erst zu Zeiten, als die wenigsten Bahnen noch Möglichkeiten hatten, ihre alten und unwirtschaftlichen Dampflokomotiven durch moderne Loks, welche die Baugrundsätze der Einheitslokomotiven auch auf Schmalspurlokomotiven anwandten, zu ersetzen.

Mit den zwei Dampflokomotiven der Baureihe 99.177 sind auch Vertreterinnen der Neubaudampfloks der Deutschen Reichsbahn vorhanden, welche die Entwicklung der Dampflok für Schmalspurbahnen abschlossen.

Die Lok 99 4011-5 ist eine Vertreterin von schweren Industrielokomotiven, die z. T. bis nach dem zweiten Weltkrieg von verschiedenen Lokfabriken entwickelt und gebaut wurden. Nach mehr als 60 Jahren Einsatz vor schweren Güterzügen im Mansfelder Kupferrevier fährt die Lok seit dem Jahr 2008 vor teilweise nicht weniger schweren Personenzügen zwischen Putbus und Göhren.

Ebenfalls für ganz andere Einsätze war die Lok Aquarius C. vorgesehen. Gebaut 1939 und geliefert an das Waffenprüfamt 5 als HF 191 ist sie eine Vertreterin so genannter Heeresfeldbahnloks. Nach einem Kriegseinsatz an der Ostfront kam die Lok nach Einsätzen im Salzkammergut, im Zillertal, bei der Bregenzerwaldbahn und im Jagsttal 1997 – bereits lange im Privatbesitz befindlich - auf die Insel Rügen. Ihre jetzigen Einsätze, oftmals im Sonderzugverkehr, sind wesentlich fried- und freudvoller als der ihr ursprünglich zugedachte Einsatzzweck.

Auch eine der zwei bei der Rügenschen BäderBahn vorhandenen Dieselloks wurde ursprünglich für die Heeresfeldbahnen gebaut. Heute wird die Lok Köf 6003 hauptsächlich im Rangierdienst auf dem Bahnhof Putbus verwendet.

Die Diesellok 251 901-5 war im Jahre 1964 der letzte Versuch, die noch betriebenen Schmalspurstrecken in Baden-Württemberg effektiver zu betreiben. Sie stellt den Abschluss der Entwicklung von Triebfahrzeugen für Schmalspurbahnen durch die Deutsche Bundesbahn dar. Nach einem langjährigen Einsatz in Österreich steht sie ab dem Jahre 1999 auf der Insel Rügen hauptsächlich für den Verkehr auf dem Dreischienengleis zwischen Putbus und Lauterbach Mole im Einsatz.

Technische Daten zu den einzelnen Lokomotiven enthält die Liste Triebfahrzeuge.

Wagen

Der Wagenpark der Rügenschen BäderBahn „Rasender Roland“ orientiert sich heute insbesondere am Personenverkehr. Die vorhandenen achtzehn Modernisierungswagen – oftmals auch als Reko-Wagen bezeichnet – übernehmen die Hauptlast des Verkehrs.

Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Ursprungswagen zwischen 1907 und 1928 gebaut wurden. Diese Wagen gehören alle ursprünglich sächsischen Bauarten an und wurden in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch die Deutsche Reichsbahn auf die Insel Rügen umgesetzt. Durch die Modernisierung Ende der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erhielten sie ihr heutiges Aussehen. Die Ausrüstung der Wagen mit neuen Drehgestellen um die Jahrtausendwende sowie die kontinuierliche Wartung und Instandhaltung lassen noch einen langjährigen Einsatz zu.

Von den ursprünglichen zweiachsigen Personenwagen der Rügenschen Kleinbahnen haben nur wenige Exemplare die Zeiten überdauert. Der heutige Wagen 971-210 wurde 1900 als gemischter Personen- und Postwagen gebaut. Für den zunehmenden Reiseverkehr in die Ostseebäder beschafften die Rügenschen Kleinbahnen ab 1911 vierachsige Drehgestellwagen, von denen heute noch einige in historischer Farbgebung, z. T. mit Holzbänken oder auch Plüschsitzen, insbesondere für Sonderverkehre vorhanden sind.

Auch der Abschluss der Wagenentwicklung für die Rügensche Kleinbahn wird durch den erhaltenen, so genannten Sommerwagen Rü.K.B. 53 (970-791) dokumentiert.

Ältester im Regelverkehr eingesetzter Wagen ist jedoch der Packwagen 974-471, gebaut 1895 als Reisezugwagen für die Bleckeder Kreisbahn. Allerdings wurde auch er 1984 durch die Deutsche Reichsbahn modernisiert.

An den Wagen hatten bis in die sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Güterwagen, und hier besonders die offenen Güterwagen, den größten Anteil. Nach der Einstellung des Güterverkehrs blieben nur wenige Güterwagen erhalten, die auch heute noch teilweise für die Fahrradtransport und den Dienstgüterverkehr eingesetzt werden. Andere Güterwagen halten bei Sonderfahrten die Erinnerung an den ursprünglichen Zweck der Rügenschen Kleinbahnen, die billige Beförderung von Gütern, aufrecht.

Daten zu den einzelnen Wagen enthält die Liste Wagen.

Nebenfahrzeuge

Nebenfahrzeuge sind Schienenfahrzeuge, die den Vorschriften nur insoweit entsprechen müssen, wie es ihr Einsatzzweck erfordert. Sie sind nicht im planmäßigen Fahrbetrieb unterwegs, sondern werden nur für spezielle Aufgaben eingesetzt werden. Zu den Nebenfahrzeugen zählen unter anderem Kleinwagen, Schneepflüge, Schneefräsen, Schotterwagen u. ä..